1. MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2002
            

Wie bereits mitgeteilt, findet die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes am

Mittwoch, den 22. Mai 2002

in der Geschäftsstelle des Verbandes, Frankfurt am Main, Zeppelinallee 33,
zwischen 15 und 18 Uhr statt.

Weitere Vorschläge oder Anregungen für die Tagesordnung für die Versammlung können der Geschäftsstelle des Verbandes übermittelt werden.
Hinweise nimmt der Verband telefonisch (069/703075), per Fax (069/707 90 169) oder per E-Mail entgegen.



 
2. LEITERKONFERENZ STRASSENBAU
            Den Mitgliedern war mit Rundschreiben Nr. 1 das Positionspapier des Verbandes mit dem Titel „Informationsweitergabe der Organe der Straßenbauverwaltungen der Länder an Straßenkartenverlage“ zugegangen. Das Papier problematisiert die Tatsache, dass es für Straßenkartenverlage immer schwieriger wird, Daten und Leistungen der Straßenbauverwaltungen zu erhalten.

Das Positionspapier appelliert u.a. an die Verwaltungen, Grundinformationen zum Straßenneubau kostenneutral an die Verlage abzugeben.

Das Papier wurde u. a. der Leiterkonferenz Straßenbau zugestellt, die mit Datum vom 25. April reagierte. Der Vorsitzende der Leiterkonferenz, Dr. Zeichner, erklärt in seinem Schreiben, dass die Vorschläge des Verbandes im Länderfachausschuss kürzlich beraten worden wären, der bekräftigt habe, das für die vom Verband angesprochenen Leistungen „grundsätzlich Entgelte zu erheben“ seien. Auch die Leiterkonferenz selbst habe die Thematik erörtert, „eine Kostenfreiheit für öffentliche Leistungen aber abgelehnt“.

 
      3.
      BESPRECHUNG IM BUNDESAMT FüR KARTOGRAFIE UND GEODÄSIE
            

Die Themen „Datenbeschaffung“ und „Lizenzierungspraxis“ standen im Mittelpunkt eines Gespräches mit dem Leiter des Bundesamtes für Kartografie und Geodäsie, Prof. Dr. Grünreich, das im Februar dieses Jahres stattfand und an dem für den VKViD die Herren Baer, Pietruska und Zimmermann teilnahmen.

Der VKViD hatte das Gespräch gesucht, zumal die Beschaffung von Kartengrundlagen oder GEO-Daten z.B. für Freizeitkarten, die mehrere Bundesländer betreffen, nach wie vor aufwändig und zeitintensiv ist. Das BKG betonte, dass es mit dem Ausbau seines Geodatencenters gut vorankomme und mittlerweile fast alle Daten der Landesvermessungsverwaltungen dort abrufbar seien. Der aktuelle Bestand analoger wie digitaler Daten sei im Netz unter www. geodatencenter.de (oder über www.ifag.de) jederzeit abrufbar. Die Datenlieferung ist indes an die Bedingung geknüpft, dass Anforderungen in den Maßstäben 1:25.000 bis 1: 100.000 nur dann über das Geodatencenter zu beziehen sind, wenn sie länderübergreifend sind. Ansonsten sind die einzelnen Bundesländer - die das Geodatencenter nachhaltig unterstützen würden - nach wie vor zuständig.

Seitens des Verbandes wurde diese Entwicklung prinzipiell begrüßt. Es wurde jedoch darauf verwiesen, dass die einzelnen Länder ihre Karten früher druckten, als dass sie die Daten nach Frankfurt lieferten, so dass es immer wieder zu unterschiedlichen Aktualitäten in den Datenbeständen käme. Der Verband bat darum, dass diese offensichtlichen Abstimmungsprobleme schnellstmöglich behoben werden.

Was die Lizenzgebühren anginge, verwies das BKG auf die neue Entgeltrichtlinie, die im Netz unter www. geodatencenter/aktuelles veröffentlicht ist. Prof. Grünreich bezeichnete die Verabschiedung dieser Richtlinie als Erfolg, zumal es u.a. auch gelungen sei, die Entgelte deutlich zu senken. Sie bewegen sich derzeit - neuer Stand: 1.1.2002 - in einer Spanne zwischen 100 Euro und 39.900 Euro.

Der Verband sagte zu, eine Proberechnung vornehmen zu wollen um somit zu prüfen, inwieweit die neuen Entgelte in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Der Verband hatte ferner den Vorschlag gemacht, Nutzung und Lizenzierungsbedingungen für amtliche Daten künftig im Rahmen einer gesamtvertraglichen Regelung mit dem VKVID zu regeln. Dieser Vorschlag, teilte Prof. Grünreich mit, sei allerdings von der ADV abgelehnt worden.

Der Verband monierte auch die Tatsache, dass die Straßenbauverwaltungen nicht mit den Landesvermessungsämtern zusammenarbeiten würden. Insofern bleibe die Datenbeschaffung hier immer noch eine äußerst komplexe Sache, die vielfach auch vom Willen der einzelnen Behörden abhängig sei. Eventuell sei diese Problematik aber auf der Ebene des „IMAGI“, des Interministeriellen Ausschusses für Geoinformationswesen, ansprechbar, der seine Geschäftsstelle beim BKG in Frankfurt habe. Gerade dessen Aufgabe wäre es, die unterschiedlichen Daten zusammenzuführen und sie nutzbar zu machen.

 
      4.
      URHEBERRECHTSNOVELLE / EU-COPYRIGHT-RICHTLINIE
            Das Bundesjustizministerium (BMJ) hat Ende März den „Referentenentwurf für ein Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft“ mit Stand 18. März 2002 veröffentlicht. Dieses Gesetz dient der Umsetzung der EU-Copyright-Richtlinie. Der Referentenentwurf wurde in einer Sitzung des Instituts für Urheberrecht in München vorgestellt und zusätzlich bei einem Hearing des BMJ am 22. April in Berlin erläutert. An den Sitzungen nahm Herr Baer teil.

Mit dem Referentenentwurf soll künftig weiter geregelt werden, dass dem Urheber das ausschließliche Recht „der öffentlichen Zugänglichmachung von Werken“ (Paragraph 19 a) zusteht, wodurch klar gestellt werden soll, dass das Vorhalten urheberrechtlich geschützter Werke zum Abruf in digitalen Netzen (on-demand-Dienste) dem ausschließlichen Verwertungsrecht des Urhebers zufällt. Folglich werden die Verlagsverträge künftig diesen neuen Tatbestand respektieren müssen.

Eine wichtige änderung wird sich auch auf Paragraph 53 (Vervielfältigung zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch) ergeben. Hier wird künftig auch erlaubt sein, Kopien zum privaten Gebrauch auf „beliebigen Trägern“ herzustellen, sofern diese weder direkt noch indirekt Erwerbszwecken dienen.

Die Medienverbände kritisierten an dem vorgelegten Entwurf die zu „lapidaren“ Ausführungen zu Paragraph 53, der Privatkopien auch von digitalen Trägern erlaube; hierdurch werde die Erstverwertung der Werke jedoch gefährdet, sodass weitere Einschränkungen für das Vervielfältigen digitaler Medien vorgenommen werden sollen. Für eine „verschärfte“ Version des § 53 hatte sich auch der Verband ausgesprochen.

Wichtig werden künftig auch die neuen Paragraphen 95 a, 95 b und 95 c sein. Hier wird geregelt, dass Kopierschutz-Technologien nicht umgangen werden dürfen und dass auch in Zukunft die Herstellung, Einfuhr, Verbreitung, Verkauf, Vermietung, Werbung mit Blick auf Verkauf und Vermietung sowie der Besitz von Geräten, mit denen sich technische Kopierschutzmaßnahmen wieder auflösen lassen, verboten ist.

Das „Knacken“ technischer Kopierschutzmaßnahmen wird künftig strafrechtlich und als Ordnungswidrigkeit geahndet (Paragraph 108 b sowie Paragraph 111 a). Das BMJ stellte aber in diesem Kontext klar, dass der „Schulhof“ nicht „kriminalisiert“ werden solle, sodass die strafrechtlichen Bestimmungen für Kopien, die z.B. von Schülern für Schüler hergestellt werden, strafrechtlich nicht verfolgt werden. Die Ansprüche auf Schadenersatz und Unterlassung würden dagegen bestehen bleiben.

Die Wissenschaftler bezeichneten den Referentenentwurf als gelungen. Er beschränke sich darauf, nur das umzusetzen, was in der EU-Richtlinie auch als notwendig vorgegeben wird und führe im Ergebnis zu einem „vernünftigen Ausgleich“ zwischen Urhebern und Rechtenutzern.

Das BMJ wird den Referentenentwurf nach dieser Veranstaltung noch einmal überarbeiten, um die revidierte Fassung in einer zusätzlichen Anhörung in Berlin vorzustellen. Das BMJ machte deutlich, dass es diese UrhG-Änderung noch in dieser Legislaturperiode realisieren wolle - endgültig muss die EU-Richtlinie bis zum 22. Dezember dieses Jahres in nationales Recht umgesetzt werden.

Der Referentenentwurf ist bei der Geschäftsstelle des VKViD erhältlich
( andelic @ vds-bildungsmedien.de).

 
      

5.
 
 
    KARTOGRAPHISCHES SYMPOSIUM KÖNIGSLUTTER,
6.-8. MAI 2002
            Die Kommission „Praktische Kartographie“ der DGFK veranstaltet zwischen dem 6. und 8. Mai 2002 in Königslutter unter dem Motto „Kartographie als Baustein moderner Kommunikation“ ein Fachsymposium, zu dem auch die Mitglieder des Verbandes eingeladen sind. Für diese Veranstaltung sind verschiedene Vortragsblöcke geplant, die sich u.a. den Themen „Telekartographie“, „Location based information“, „Screendesign graphisch/kartographisch für das Internet“ widmen werden. Weitere Informationen zu diesem als Fortbildungsveranstaltung geplanten Symposium sind bei Herrn Bernhardt J. Horst, Leiter der Kommission „Praktische Kartographie“ (Tel. 0511/6 47 94 49; E-Mail: B.J.Horst @t-online.de) erhältlich.

 
      6.
      4. SYMPOSIUM WEBMAPPING - 26. UND 27.9.2002 KARLSRUHE
 
            An der Hochschule für Technik, Karlsruhe, findet am 26. und 27. September das 4. Symposium Webmapping statt, das gemeinsam mit der Commission on Maps and the Internet der International Cartographic Association (ICA) durchgeführt wird. Die ICA veranstaltet zudem am 24. und 25. September einen Workshop und ihre Jahrestagung in Karlsruhe.

Weitere Informationen über den Veranstaltungsablauf, Themen, Referenten usf. erteilt Prof. Dr. Christian Herrmann, FH Karlsruhe
(Tel. 0721/925-2928; E-Mail: christian.herrmann @ fh-karlsruhe.de).

 
      7.
      XII. INTERNATIONALE GEODÄTISCHE WOCHE OBERGURGL
 
            

Das Institut für Geodäsie der Universität Innsbruck teilte mit, dass die XII. Geodätische Woche zwischen dem 26. und 22. Februar 2003 in Obergurgel/Österreich stattfinden wird. Sofern Mitglieder Vorträge während dieses Symposiums halten wollen, werden sie gebeten, sich direkt mit dem Veranstalter, Prof. Dipl.-Ing. Günter Chesi, Universität Innsbruck
(Tel. 0043/ 512/507-6757; E-Mail: geodaetischewoche @ uibk.ac.at)
in Verbindung zu setzen.
Das vorläufige Tagungsprogramm wird zur Zeit erarbeitet.


Mit freundlichen Grüßen
VERBAND KARTOGRAFISCHER VERLAGE IN DEUTSCHLAND e. V.

Andreas Baer