1. MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2007
 
            

Die Hauptversammlung 2007 des Verbandes wird auf Beschluss des Vorstandes

am Donnerstag, den 25. April 2007 in Frankfurt am Main

stattfinden. Während der Versammlung wird der Rechtsberater des Verbandes, Prof. Dr. Hertin (Berlin), zum Thema „Ist eine analoge topographische Karte eine Datenbank?“ referieren.

DieMitgliedsunternehmen sind gebeten, diesen Termin vorzumerken. Die Einladungen sowie die erforderlichen Unterlagen werden den Mitgliedern fristgerecht zugehen.



 
      2.
        

INSPIRE-RICHTLINIE DER EUROPÄISCHEN UNION
 
            

Die Europäische Union hat jüngst die „Inspire-Direktive“ verabschiedet, die künftig einerseits den Austausch georäumlicher Daten zwischen den Behörden regeln und erleichtern soll und die andererseits den Zugang zu diesen Daten durch Privatpersonen und Unternehmen, also auch den kartographischen Verlagen, gestalten will. Initiator dieser Iniatiative war ENVI, das Komitee für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU.

Für die Mitglieder des Verbandes hat diese Direktive insofern eine wesentliche Bedeutung, als sie gemäß Artikel 14 vorsieht, dass künftig die Recherche und die Sichtung von Geodaten amtlicher Stellen kostenlos geregelt werden soll; Gebühren sollen indes von amtlichen Stellen für den Datenzugang erhoben werden können, die häufig aktualisiert werden müssen, wie z.B. Wetterberichte. Über eine Höhe dieser Gebühren lässt sich die Direktive nicht aus.

Der Verband hatte sich in die politische Debatte um die Endfassung der Direktive auf Initiative von Vorstandsmitglied Michael Menzel massiv eingeschaltet. Er kontaktierte diverse Europaparlamentarier sowie den Bundesrat, um politischen Bemühungen, das „Recht des öffentlichen Zugangs, der Ansicht und sogar das Wissen des Vorhandenseins von Geoinformationen einzuschränken“ entgegenzuwirken.

Der Stand der Dinge ist folgender: Europäisches Parlament und Europäischer Rat haben sich mit Datum vom 17. Januar 2007 auf eine gemeinsame Direktive verständigt (Quelle: PE-CONS 3685/06) die vom Europäischen Rat zum 29. Januar. 2007 angenommen worden ist; der Text ist bei der Geschäftsstelle des Verbandes erhältlich. Das Europäische Parlament geht davon aus, dass die Richtlinie im Sommer 2007 wirksam werden wird. Sie muss dann anschließend von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. (http://www.ec-gis.org/inspire/)

Der Bundesrat wollte im Kontext dieser Initiative den einheitlichen Beschluss aller Bundesländer, demzufolge eine „kostenlose Verfügbarkeit von Darstellungsdiensten ... auf bestimmte Maßstabsbereiche (z.B. Maßstabsbereich kleiner 1: 50.000), Demonstrations- und Sachdaten beschränkt werden (sollte).“ in die Direktive einbringen. Der aktuelle Text der Direktive äußert sich hierzu nicht Es steht abzuwarten, ob dieses Ansinnen in den nun folgenden Durchführungsbestimmungen Anwendung finden wird.

Der Bundesrat erklärte zudem, das die in Deutschland üblichen urheberechtlichen Standards weiter aufrecht erhalten sollen: „Um Geodaten zu erheben, sind erhebliche Investitionen erforderlich. Die ... bestehenden lizenz- und gebührenrechtlichen Standards tragen zur ... Refinanzierung dieser Investitionen bei und fördern wirtschaftliches, bedarfsgerechtes Handeln ... bei der Nutzung von Daten“.

Damit stellt sich die Länderkammer gegen die Auffassung des VKViD, demzufolge die Nutzung dieser Daten kostenfrei für die Verlage sein sollte.

Der Vorstand beschloss in seiner jüngsten Sitzung, seine politische Arbeit im Zusammenhang mit dieser Direktive fortzuführen gegenüber damit befassten EU-Parlamentariern, dem Bundesrat und dem gesetzausarbeitenden Umweltministerium. Er entschied zudem, einen renommierten Fachmann mit einer Expertise zu beauftragen, die verdeutlichen soll, welche direkten Konsequenzen diese Direktive für die Mitgliedsverlage haben kann.

 
      3.     

TKS ALS DATENBANK? DIE ENTSCHEIDUNG DES LG STUTTGART
 
            

a) Das Landgericht Stuttgart anerkannte in seinem Urteil vom 18.7.2006 einer TK 50 den Datenbankherstellerschutz entsprechend § 87 Urheberrechtsgesetz. In KN 6/2006 kommentierte Dietrich Dietz vom LVA Baden-Württemberg diese Einzelentscheidung und vertrat dort die Auffassung, dass es keinen Sinn mehr mache, auf eine höchstrichterliche Entscheidung zu warten, sondern dass es sinnvoller wäre, „sich auf der Grundlage der beiden landgerichtlichen Urteile (München und Stuttgart) zu arrangieren. ... Im Ergebnis sprechen alle Gesichtspunkte dafür, sich auf den Datenbankschutz zu verständigen“. Insofern will die ADV auf den Abschluss von Lizenzverträgen drängen.

Der Rechtsvertreter des Verbandes, Prof. Hertin, stellt in einem Beitrag der KN 1/2007 klar, dass der beklagte Verlag bei seiner Auffassung bleibe, dass das Datenbankrecht auf kartografische Darstellungen nicht anwendbar sei. Hertin betont, dass die gewerbliche Kartographie das Urteil nicht akzeptiert und dass diese grundsätzliche Frage das zuständige Oberlandesgericht entscheiden wird oder – bei einer Revision – der Bundesgerichtshof. Prof. Hertin geht in seinem Beitrag detailliert auf die Urteilsbegründung des LG Stuttgart ein und erklärt u.a., dass es den Kartenblättern der TK 50 an der Unabhängigkeit der Einzelelemente fehle – was ein maßgebliches Tatbestandsmerkmal einer Datenbank sei.

Der Beitrag liegt der Geschäftsstelle vor und kann dort schriftlich abgefordert werden.

b) Verschiedene Mitgliedsverlage wurden jüngst von LVAs angeschrieben und aufgefordert, mit ihnen über die Zahlung von Lizenzgebühren ob dieser Entscheidung des LG zu verhandeln. Der Vorstand des Verbandes stellte hierzu in seiner jüngsten Sitzung fest, dass er derzeit keine Notwendigkeit sieht, auf die Forderungen bzw. Vorschläge der LVAs einzugehen, da der Rechtsstreit noch nicht abgeschlossen ist.

 
      4.     

REFORM DES AUSBILDUNGSBERUFES KARTOGRAF
 
            

Moderiert vom Landesbetrieb „Landesvermessung und Geobasisinformation“ Niedersachsen (Dr. Jäger) befasste sich eine informelle Arbeitsgruppe mit potenziellen Inhalten und Zielen bei der Reform des Ausbildungsberufes „KartografIn“. Der AG – der Vertreter des BKG, des LVG Bayern, der DGfK, der ADV, des BDVI und des DVW angehören - soll insbesondere untersuchen, ob für die bisherigen Ausbildungsberufe Vermessungstechniker/in und Kartograph/in a) ein neuer fusionierter Ausbildungsberuf mit zwei Schwerpunkten oder b) zwei weiterentwickelte Ausbildungsberufe mit größeren Schnittmengen geschaffen werden sollten. Der AG sei zudem freigestellt, auch andere Denkmodelle zu diskutieren, nämlich dass 1.) keine Änderungen vorgeschlagen werden, dass 2.) die Kartographie sich in die Mediengestaltung integriert oder dass 3.) der Ausbildungsberuf Kartographie ganz aufgegeben wird. Der Verband ist durch seinen Vorsitzenden in anhaltendem Kontakt zu dieser AG.

Die AG will in drei weiteren Sitzungen ihre Vorschläge erarbeiten, die dann ab voraussichtlich Mitte März vorliegen sollen. Die AG hatte bereits Kontakt zum Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), das an der Weiterentwickelung des Rahmenplanes zur Modernisierung der Ausbildung zum/r Vermessungstechniker/in (VmT) arbeitet. Dabei stellte sich heraus, dass es möglich ein könnte, die Berufe Vermessungstechniker und Kartograf parallel neu zu ordnen. Sollte bis zum Mai/Juni 2007 ein so genanntes Antragsgespräch beim BiBB zustande kommen, könnte bei optimalem Verlauf des Neuordnungsverfahrens eine neue Ausbildungsverordnung zum 01.08.2008 in Kraft treten.

Der Geschäftsstelle des Verbandes liegt das Ergebnisprotokoll zur ersten Sitzung dieser informellen AG vor; die Mitglieder können den Text kostenlos bei der Geschäftsstelle des Verbandes abfordern (E-Mail: verband @ vds-bildungsmedien.de die Lieferung erfolgt per E-Mail).

 
      5.     

VERLEGERISCHE TÄTIGKEIT DES LA RHEINLAND-PFALZ
 
            

Auf Initiative des Vorsitzenden, Franz Pietruska, fand eine Besprechung mit der Geschäftsführerin der SPD-Fraktion im Mainzer Landtag, Barbara Schleicher-Rothmund, statt, während der der Vorsitzende die Position des VKViD zur publizistischen Tätigkeit des LVA Rheinland-Pfalz verdeutlichte und diese kritisierte.

Herr Pietruska betonte dabei, dass das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz seit ca. 25 Jahren Wander- und Radwanderkarten herausgibt. Besonders aktiv war die Landesbehörde (früher Landesvermessungsamt) in 2005 und 2006. In der jüngsten Vergangenheit erschienen ferner zahlreiche neue und aktualisierte Freizeitkarten - qualitativ gut, sie werden jedoch zu einem extrem günstigen Preis abgegeben. So entstehe eine fast unüberwindbare Konkurrenzsituation zwischen dem „Staatsverlag“ und den kartografischen Verlagen. Herr Pietruska kritisierte das Verhalten des Landesamtes als „geschäftsschädigende Wettbewerbsverzerrung“.

Die Politikerin zeigte sich bereit, diese Problematik auch innerhalb der Regierungspartei zu erörtern; Schleicher-Rothmund sagte zu, das LVA direkt auf diese Thematik anzusprechen und von diesem auf Vorschlag Pietruskas zu verlangen, die eigenen Produkte zu klassifizieren, damit der Umfang der wirtschaftlichen Tätigkeit des LVAs gemessen werden kann. Der Vorsitzende hatte vorgeschlagen, dass das LVS seine Produkte und Anwendungen in drei Kategorien darstellt: a) Produkte, die unzweifelhaft hoheitlichen Aufgaben zuzuordnen sind; b) Produkte, die eventuell diesen Aufgaben zugerechnet werden können; c) Verlagsprodukte. Nach Erstellung dieser Zuordnungen soll das Gespräch wieder aufgenommen werden; eine Antwort des LVA steht noch aus.

 
      6.     

DGFK-SEKTION RUHR, VORTRAG DES VORSITZENDEN
 
            



Die Deutsche Gesellschaft für Kartografie (DGfK), Sektion Rhein-Ruhr hatte Herrn Pietruska im Januar eingeladen, den Verband vorzustellen und um über Chancen und Zukunft der Privatkartografie zu referieren.

Herr Pietruska stellte Aufgaben und Ziele des VKViD vor und berichtet über die Themen, die derzeit im Fokus des Verbandes stehen. Dieser sei in den vergangenen drei Jahren von 12 Mitgliedsunternehmen auf 23 angewachsen. Die derzeitige Mitgliedschaft des VKViD repräsentiert über 80 % des deutschen Marktes.

Chancen und Zukunft der privaten kartografischen Verlage und Unternehmen seien eng mit der Entwicklung der amtlichen/behördlichen Kartografie verknüpft, führte Herr Pietruska aus. Entscheidend sei, ob die Vermessungsverwaltungen ihre verlegerische Betätigung weiter vorantreiben oder ob diese bereit sind, ihre wettbewerbsverzerrenden Aktivitäten einzustellen. Hier sei die Politik gefordert, die Vermessungsverwaltungen von der Erwartung und dem Druck, Erträge bzw. Gewinne erwirtschaften zu müssen, zu befreien.

Eine weitere Chance liege im Wettbewerb der Bundesländer, Regionen und Kommunen bis hin zu den kleinsten Gemeinden. Alle müssten Strategien und Marketingkonzepte entwickeln, welche die Besonderheiten der betroffenen Gebietsteile herausstellen und dem Tourismus wie der Wirtschaftsförderung als Marketinginstrument, sowohl als Printprodukt als auch in elektronischen Medien, unterstützen.
Die besten Konzepte, Standortstrategien und Werbemaßnahmen sind ohne attraktive Kartografien nicht vermittelbar.

Eine von den Verlagen noch unbeachtete Chance biete auch die Entwicklung in der EU. Für viele Menschen unbemerkt, existierten in Europa diverse grenzüberschreitende Regionen. Diese haben neu kreierte Bezeichnungen wie z. B. PAMINA, VIADRINA, POMERANIA. Hier gelte es insbesondere für die privaten Unternehmer, aktiv zu werden. Wenn Behörden ihre Daten zusammenfügen wollen, dann funktioniere dies meist nicht. Gemeinsam hätten diese lediglich den Maßstab, und dann sei oft Schluss mit der Datenkompatibilität, erklärte Pietruska. Die Projektionen, die Auswahl der Objekte und die Kartengrafik seien meist nicht miteinander so zu verschmelzen, dass eine homogene Einheit entstehe.

Das können die amtlichen Institutionen nicht flexibel und schnell genug leisten. Dies stelle ein riesiges Feld für die Privatkartografie dar, für das auch EU-Fördergelder vorhanden seien. Dem Beitrag Herrn Pietruskas folgte eine intensive Diskussion.

 
      7.     

14. INTERNATIONALE GEODÄTISCHE WOCHE OBERGURGL 2007
 
            

In der Zeit vom 11. bis 17. Februar 2007 findet in Obergurgl die 14. Internationale Geodätische Woche statt. Das Veranstaltungsprogramm ist über www2.uibk.ac.at/geodaesie/obergurgl.html einsehbar.

 
      8.     

Neue Mitglieder
 
            

Neue Mitglieder im Verband sind folgende Firmen:

Stiefel Eurocart GmbH
Felix-Wankel-Ring 13a
85101 Lenting

Tel.: (0 84 56) 92 41 00
Fax: (0 84 56) 92 41 34
Internet: www.stiefel-online.de/eurocart.php

Digitale Kartographie
Frank Ruppenthal GmbH
Rintheimer Str. 73
76131 Karlsruhe
Tel: (07 21) 96 11 9 - 0
Fax: (07 21) 96 11 9 - 55

Internet: www.digitale-kartografie.de

Diesem Mitglieder-Rundschreiben liegt eine aktualisierte Mitgliederliste mit Stand Februar 2007 als Anlage bei.

Mit freundlichen Grüßen
VERBAND KARTOGRAFISCHER
VERLAGE in DEUTSCHLAND

Andreas Baer